In der Nacht am 8.12, dem errechneten Entbindungstermin, hab ich gegen halb zwei im Schlaf ein Ziehen bemerkt, was sich einige Male wiederholte, um drei bin ich davon richtig wach geworden, weil es recht heftig war (und bin auch für den Rest des Tages wach geblieben), erst hab ich die Abstände im Bett beobachtet und bin dann zur Ablenkung ins Wohnzimmer, die Wehen kamen recht regelmäßig alle 10 Minuten, dann 15 und im Laufe des Vormittags wurden die Abstände allerdings wieder größer, alle 25 Minuten, halbe Stunde, teils nichts nennenswertes mehr. Mein Mann hat dann spontan an dem Tag Urlaub genommen, es hätte ja jederzeit ernst werden können, Otto in die Krippe geschafft und da auch vorgewarnt, falls wir ihn erst hätten etwas später abholen können.
Wir haben ihn aber 14.30Uhr dort zusammen abgeholt, allerdings wurde mein Mann zu der Zeit schon etwas unruhig, weil ich die ein oder andere Wehe schon hab richtig veratmen müssen und sie auch alle 10 Minuten kamen, daher hab ich kurz im Krankenhaus angerufen, ob ich mal vorbeikommen könne zur Lagesondierung.
Dort am CTG hatte ich dann innerhalb einer Stunde, genau 2 Wehen, die aber (mal wieder, wie schon bei der ersten Geburt) gar nicht verzeichnet wurden, immerhin ergab die Untersuchung, dass der Muttermund schon 3cm auf war, so dass ich nicht als komplettes Panikhuhn dastand. Erst sah es noch danach aus, als ob ich Fruchtwasser verliere, aber ein weiterer Test war dann negativ, so dass ich wenigstens wieder nach Hause konnte, hätte auch dableiben können. Ich sollte dann am nächsten Morgen wiederkommen oder eben natürlich, wenn es akut wäre. Die Hebamme meinte, wenn so leichte Wehen schon bewirkt hätten, dass der Muttermund aufginge, könne es auch ganz schnell gehen. Der Ultraschall, der noch gemacht wurde, ergab eine Gewichtsschätzung vo 3700Gramm.
Mein Mann hat mich dann gegen 16.30 Uhr wieder aus dem Krankenhaus abgeholt, den Nachmittag und Abend hatte ich weiterhin Wehen ungefähr alle 20 Minuten, aber mal waren sie recht stark, mal total pillepalle. Da es total ungewiß war, wie es weitergehen könnte und zudem die Wetterlage sehr schlecht, entschieden wir, meine Freundin, die auf Otto aufpassen sollte, zu bitten, bei uns zu übernachten. Diese war grad noch unterwegs, aber einverstanden und war dann gegen 21.30 Uhr bei uns. Wir haben noch bisschen gequatscht und gegen 22.30 Uhr bin ich dann ins Bett.
Nach Mitternacht verkürzten sich die Wehenabstände wieder etwas und ich wurde zunehmend unsicher, als ich dann auch noch so eine Art Schüttelfrost bekam, wie ich ihn schon daher kannte, als beim letzten Mal die Fruchtblase geplatzt war, hab ich meinen Mann geweckt und gebeten, dass wir nun doch ins Krankenhaus fahren. Das war gegen halb zwei.
Dort dann also wieder CTG, Wehen waren relativ regelmäßig, glaub alle 5-6 Minuten. Halb drei untersuchte mich die Hebamme und ich sag noch zu meinem Mann, wenn jede Wehe den Muttermund 1mm öffnet, müsste der grob überschlagen jetzt 6cm auf sein. Und tatsächlich: 6cm, Fruchtblase noch dicht. Die Hebamme meinte, wenn die springe, könne es sehr schnell gehen.
Ich hab mir dann den Kreissaal ausgesucht, in dem schon Otto geboren wurde. Da es ja angeblich recht schnell gehen könnte, wollte ich nicht erst noch in die Wanne, auf den sonst obligatorischen Einlauf wurde auch verzichtet.
Die nächsten knapp 2 Stunden lief ich im Kreissaalbereich rum, ab und an zog es, vielleicht alle 20 Minuten, aber meine regelmäßigen, heftigeren Wehen waren wie weggeblasen, ich kam mir schon total bescheuert vor und hab dort immer nur lachen müssen, wenn ich am Schreibtisch der Hebamme vorbeilief, irgendwie wie im falschen Film. Als sie dann wieder schaute und der Muttermund immernoch bei 6cm war, schlug sie nochmal die Badewanne vor.
Klar, wieso nicht, dachte ich, tut sich ja sonst nix. Es muss jetzt so irgendwann nach vier gewesen sein, wie lang ich genau in der Wanne war, weiß ich nicht, vielleicht 30-45 Minuten, aber ich hatte in der Zeit nur eine Wehe.
Ich schickte dann meinen Mann die Hebamme fragen, ob es normal ist, dass sich so gar nix mehr tut, sie meinte, es könne schon sein, dass nachts sich der Körper zur Erholung zurückfahre, daher würde man auch nicht zwanghaft versuchen mit dem Wehentropf was anzuschieben bzw. die Fruchtblase aufzustechen um die Uhrzeit.
Bisschen genervt und vor allem müde (mein Mann sah schon aus, als kippe er gleich vom Stuhl), beschlossen wir, dass, wenn sich immernoch nix verändert habe, er erstmal nach Hause fährt. Er hätte eh morgens zum Schnee schieben und evtl. Auto der Freundin ausgraben wieder hingemusst und so bekäme wenigstens er noch eine Mütze Schlaf. Muttermund 6cm, also wie erwartet, wir haben noch schnell meine Sachen in mein Zimmer gebracht, dann ist mein Mann gefahren.
Es war 5.30 Uhr, ich sollte mich jetzt erstmal ausruhen bis zum Schichtwechsel und gegebenfalls würde man es dann mit einem Wehentropf versuchen.
Ich hab dann bis 7 Uhr gedöst und bin auch ab und an weggenickt („was ist das denn für ein komisches geräusch? –achso, die herztöne am ctg“ ), Wehen hatte ich währenddessen dann wieder alle 20 Minuten, aber nicht besonders stark. 6 Uhr begann Hebamme I. ihre Schicht, sagte kurz Hallo, ich signalisierte die Bereitschaft für den Wehentropf, ich sollte mich aber erstmal weiter ausruhen.
Um sieben bin ich dann auf Toilette und danach sollte ich entscheiden, ob ich lieber stehen/liegen/sitzen/laufen will. Letzten Endes landete ich dann auf dem Peziball. Der Wehentropf wurde angestöbselt und erstmal mit einer niedrigen Dosis laufen gelassen, sie wolle die Dosis alle 15 Minuten erhöhen, was sie dann auch tat.
7.15 Uhr – es tat sich noch nix. I. meinte, es müsse sich erstmal ein bestimmter Spiegel des Hormons bilden, dann ginge es los. Kurz vor 7.30 Uhr hatte ich dann auf einmal eine recht heftige Wehe, die ich stark veratmete. I. kam dann gleich rein und fragte, ob das jetzt eine stärkere Wehe gewesen sei, es habe sich so angehört.
So steigerte sich das, ich hatte dann alle 2 Minuten Wehen, die ich auch als solche bezeichnen würde, die ich konzentriert und am Griff des Bettes festgeklammert veratmete und ich freute mich, dass sich endlich etwas tat. Im Vorbereich disktuierte die Hebamme derweil die Urlaubsplanung mit einer anderen Krankenschwester...diese kam nach einer weiteren Wehe auf einmal ins Zimmer gesprungen und rief: „Wir müssen das nur noch kurz fertig planen, dann können sie ihr Kind bekommen“. Ich musste lachen und sagte „jaja“, nach dem Motto: das hat ja nun auch keine Eile. Da war es so gegen 8 Uhr.
I. kam dann wieder in den Kreissaal und untersuchte mich, sie meinte, der Muttermund wäre fast auf, aber irgendwie noch ein fester Ring und sie würde mir bei der nächsten Wehe etwas zur Entkrampfung spritzen. Gesagt, getan. Dann meinte sie, ich könne ruhig schon etwas mitschieben, woraufhin ich irgendwie überrascht war, hatte ich doch noch gar keinen Pressdrang. Der stellte sich aber schnell ein. Und ich veratmete den Beginn der Wehen, um dann zum Ende hin mitzupressen.
Es war ca. 8.15Uhr und ich fragte I. ob es denn jetzt noch lange dauern würde, sie meinte, eine Stunde sicher nicht mehr. Naja, das war mir schon klar, da ja offenbar die Austreibungsphase bereits begonnen hatte. Die Ärztin war mittlerweile auch anwesend, lustigerweise diejenige, die bei Ottos Geburt dort gerade ihre Ausbildung angefangen hatte und ebenfalls dabei war. Nach 2-3 Presswehen meinten die beiden, man könne das Köpfchen auf jeden Fall schon sehen und nach der nächsten Wehe, zum Glück fiel mir das Pressen diesmal irgendwie leichter als bei Otto, die Wehen waren aber wirklich heftig und sehr kraftvoll, war das Köpfchen geboren. Es dauerte dann einen Moment bis die letzte Wehe kam (ein etwas seltsamer Moment, man sitzt da so mit dem bereits geborenen Kopf zwischen den Beinen), noch einmal pressen und auch der Körper war geboren. Das Baby wurde mir sofort auf den Bauch gelegt und ich sagte: „Oh, ein Baby!“ ich war tatsächlich überrascht...ich hab mich in dem Moment selbst gefragt, was ich gedacht hab, was ich da die ganze Zeit in dem Kreissaal treibe. Da war es 8.23 Uhr. Karl war da.
Da lag er auf meinem Bauch und ich konnte ihn mir in Ruhe anschauen, ich fand ihn total knuffig. Dann merkte ich, dass Ärztin und Hebamme etwas unruhig wurden. Meine Plazenta löste sich nicht. Man hat dafür wohl 30 Minuten Zeit, wie ich jetzt weiß und wenn sich nichts tut, muss eingegriffen werden. Die Kurzfassung: man spritze mir diverse Medikamente zur Ablösung, setzte sogar Akupunkturnadeln, leerte die Blase mittels Katheter, glaube ich und bereitete mich darauf vor, dass man sie manuell ablösen müsse, wofür gegebenfalls eine kurze Narkose notwendig sei, da es eher schmerzhaft wäre. Es erschien eine weitere Ärztin, die das ganze durchführen sollte. Naja, die ganze Prozedur verlief dann doch ohne Narkose, war irgendwie aufwendiger und nervenaufreibender als die eigentliche Geburt und hatte dann aber doch zum Ergegbnis, dass 9.05 Uhr die Geburt dann endlich wirklich abgeschlossen war, die Nachgeburt gehört ja nunmal dazu. Die zwei Ärztinnen und die Hebamme haben mich dabei ganz toll unterstützt und mir gut zugesprochen und die Hebamme quittierte diese, äh sagen wir interessante Erfahrung, mit den Worten, ich könne ein ganzes Dorf gebären, wenn ich das so durchgestanden hab...naja, im nächsten Leben dann vielleicht. ;-)
Dem aufmerksamen Leser ist sicher aufgefallen, dass mein Mann bisher noch nicht wieder aufgetaucht war, halb zehn trudelte er im Kreissaal ein und kam mir mit „Da liegt sie ja schon“ und „Ist er noch drin?“ entgegen. Er dachte, es hat sich eh noch nix getan und ich hätte dann sicher angerufen, wenns akut wäre. Aber er hätte es so oder so nicht pünktlich geschafft, da er schneetechnisch wirklich zu tun hatte und Otto an dem Tag auch noch länger geschlafen hat als sonst. Und ich hätte auch nicht damit gerechnet, dass es mit dem Wehentropf so schnell gehen würde. Wir hatten das aber im Vorfeld besprochen und einkalkuliert und er fand es auch nicht schlimm, nicht dabei gewesen zu sein. Zumal die Plazentageschichte vermutlich auch nicht so erbaulich gewesen wäre für ihn als anwesenden Dritten. Also alles gut so wie es war.
So sah er erst auf den zweiten Blick, dass neben mir ja bereits unser Baby lag, ich musste erstmal lachen. Wir haben dann noch eine Stunde so zusammen im Kreissaal verbracht, dann bin ich duschen gegangen, während die U1 durchgeführt wurde, dann sind wir drei zusammen aufs Zimmer.
Freitag, 9. Dezember 2011
Geburtsbericht
Den hab ich doch tatsächlich noch gar nicht hier veröffentlicht, aber da heute dann wohl das passende Datum dafür ist, hol ich das hiermit nach!
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